Interview Familie Rieder
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1. Was ist dein Must-keep?
Ein Eisentor aus der Lower Eastside in New York. 
2. Ein Eisentor aus New York? 
1998 arbeitete ich dort als Landschaftsarchitektin. Als ich eines Tages in der Mittagspause mit einem Kollegen die Houston Street herunterflanierte, sah ich das Tor auf dem Gehweg stehen. Jemand hatte offensichtlich seinen Garten ausgemistet. Es gefiel mir auf Anhieb und ich beschloss es mitzunehmen. Neben uns war ein anderer Mann dabei, die Schätze zu inspizieren. Ein Künstler, der verwertbare Materialien suchte. Als er sah, wie gut mir das Tor gefiel, erklärte er uns, dass er das andere Teil schon in sein Auto gewuchtet hatte und bot an, es wieder herauszugeben. Mit vereinten Kräften hieften wir es dann also wieder heraus. Zusammen mit meinem Kollegen schleppten wir die Teile zunächst in unser Büro. Von dort half mir ein Freund bei dem einen Teil, ein Kollege bei dem anderen Teil, es nach Hause zu befördern. 
3. Und wie kam das Stück dann nach München?
Als meine Zeit in USA um war, wollte ich das Tor als Erinnerungsstück unbedingt mitnehmen. Das heißt, nur das eine Teil. Das andere schenkte ich einer Freundin. Das andere packte ich gut ein und nahm es mit an den Flughafen. Ich dachte, das wird schon irgendwie gehen. Der Herr am Check-inn-Schalter sah das Teil erstaunt an und fragte mich, was das sei. Als ich es ihm erklärte,  sagte er, „For us it’s not an iron gate, it is a Surf board!“ So reiste das Gitter dann als Surfboard nach München, wo mich eine Freundin mit einem geliehenen Lieferwagen abholte. 
4. Fand es dort seinen vorerst letzten Bestimmungsort?
Oh nein! Ich bin immer wieder umgezogen und das Tor hat mich immer begleitet. Sehr zum Leidwesen meiner Freunde, die immer besonders laut stöhnten, wenn der nächste Umzug anstand. An dieser Stelle will ich ihnen noch einmal besonders danken. Einmal wurde das Tor aber auch professionell umgezogen - zum Glück - denn ich zog aus einem engen Altstadthaus in Regensburg aus.
5. Wozu nutzt du das Tor?
Nutzen ist übertrieben. Es hatte schon die unterschiedlichsten „Funktionen“. Als Schreibtischplatte, als Küchenregal oder einfach als Hinsteller. Einmal zierte es eine offene Steinwand, das sah besonders schick aus!
6. Und hier?
Ich denke, ich werde es auf die Terrasse stellen und als Rankhilfe benutzen. Dann haben hier auch alle ein bisschen etwas von dem schönen Anblick…